Hydroplane "Flyer", Racingboat von 1936 USA
Class M Racer "Flyer" Stapellauf Juli 2007
Das Racing Boot "Flyer" wurde im Jahr 1936 von Bruce N. Cardall als Class M Racer in den USA entworfen. Ausgelegt war dieses Boot ausschließlich für den Renneinsatz. Die konsequent auf Höchstgeschwindigkeit und Streamline Form ausgelegte "Flyer" war viele Jahre das Maß dieser Rennbootklasse.
Das Boot ist gebaut auf Spanten, beplankt mit Mahagoni und Ahornleisten. Die Mahagonileisten sind mit über 2.000 Messigstiften auf den Spanten fixiert.
Maße: Länge: 106 cm, Breite: 36 cm, Maßstab 1:4
Motor: Plettenberg HP 355 BM 45/6 mit 30 Zellen / 10 Li-Ion FePo 04 Zellen. Propeller Chalier Typ 0, 55 mm Durchmesser, 66 mm Steigung
Baubeschreibung und Modelldetails:
Aufgebaut ist das Modell vollständig aus Holz. Spantenaufbau mit Mahagoni beplankt. Die Besonderheit dieses Modells ist die spitze und runde Form, die beim Beplanken des Modells gewisse Schwierigkeiten schafft. Aus diesem Grund würde ich dieses Modell nicht uneingeschränkt an unerfahrene Modellbauer empfehlen.
Wie auf den Fotos zu sehen, ist die gesamte Rumpfbeplankung mit Messingstiften auf den Spanten fixiert. Die Decksbeplankung wurde mit Holzstiften auf den Spanten fixiert.
Nach abgeschlossenen Holzarbeiten wurde das Modell umfangreich geschliffen und anschließend mit Epoxydharz in 12 Schichten überzogen. Zwischen jeder Schicht wurde das Boot nass geschliffen. Wichtig ist, dass zwischen jeder einzelnen Epoxidbeschichtung idealerweise 2 Wochen liegen sollten, da sich das Material setzt und zusammenzieht. Daher mein Rat an dieser Stelle, lassen sie sich Zeit bei der Oberflächenversieglung. Im Anschluss, erfolgte die Lackierung mit 15 Schichten 2K-Klarlack. Nach vollständiger Aushärtung wurde der Lack noch mit 2.000 er Schleifpapier nass geschliffen und anschließen mit 3M Autopolitur auf Hochglanz gebracht.
Beschlagteile:
Da in den 30er Jahren Boote entgegen der landläufigen Meinung mit Messing- und nicht Chrombeschlägen ausgestattet waren, ist meine "Flyer" auch messingbestückt.
Die Auspuffrohre habe ich über die Firma BAE bezogen, und anschließend entchromen lassen. Bugschutz, und die Einfassung der Decksluke wurden aus Messingblech ausgesägt, mit 2000er Schleifpapier geschliffen und Hochglanzpoliert. Anschließend gebohrt, und mit 1mm Schrauben (gibt es bei Knupfer Modellbau) verschraubt. Das Ruder wurde ebenfalls aus Messingblech gesägt, geschliffen und poliert. Die Ruderaufnahme ist von der Firma Gundert.
Antrieb:
Für dieses sehr aufwändig zu bauende Modell kam für mich nur eine Motor der Firma Plettenberg in Frage.
Plettenberg 355 MB /45 / 6 betrieben mit 5 Akkupacks Li-Ion FePo 04 á 6,6 V und 4.600 mA. Dies entspricht ca. 30 NiMH Zellen.
Die Antriebswelle stammt von der Firma Gundert. Diese Wellen laufen sehr präzise und sind im Betrieb vor allem nahezu geräuschlose, was mir bei allen meinen Modellen sehr wichtig ist. Als Schraube verwende ich derzeit einen Alupropeller der Firma Chalier mit 55 mm Durchmesser.
Erste Fahrversuch:
Zwar ist die Rumpfform meines Modells ein genauer Nachbau des Originalrumpfs, der seinerzeit der absolute Maßstab in seiner Rennbootklasse war, jedoch zeigt sich mal wieder, dass für den Modellbau andere Gesetze gelten.
Beim ersten Fahrversuche traten leider kleinere Probleme auf, die an der Heckform lagen. Durch den breiten Bug und das schmale Heck kam das Boot schon bei moderaten Geschwindigkeiten ins Wippen und stand recht steil im Wasser da der Auftrieb am Heck für ein Modellboot zu gering war. Der Motorisierung entsprechende Fahrleistungen waren mit diesem Unterwasserschiff nicht möglich. Zusätzlich lief das Boot ziemlich "nass" (Wasser läuft aufgrund fehlender Abrisskante die Bordwand hoch).
Aus diesem Grund wurden am Unterwasserschiff des Hecks umfangreiche Änderungen vorgenommen. 8 Kimmleisten wurden aufgesetzt (siehe Fotos), die eine schärfere Abrisskante für das Wasser schafft und den Heckauftrieb deutlich verstärkt.
Hiermit sollte die "Flyer" nun gut im Wasser liegen. Über weitere Fahrversuche werde ich an dieser Stelle berichten...
Zweiter Fahrversuch:
Alle Änderungen am Unterwasserschiff und auch die Anbringung von Messingleisten am Überwasserschiff zeigen Wirkung. Die Fahrlage ist sehr stabil und auch hohe Geschindigkeiten sind trotz einiger Wellen auf dem Bodensee ohne Wippen problemlos möglich. Wie ich finde ein absolut schönes Fahrbild. Auch der Wassereinbruch ins Innere des Boots wurde durch die Zierleisten vollständig gestoppt. Die Fahrzeit mit 5 Li-Ion FaPo 04 Packs beträgt ca. 25-30 Minuten!
Bilder Original Boot und Skizzen:
































