Hydroplane "Flyer"

Fahrbilder und Fahrbericht

 

  

   

Fahrbericht:

Erster Fahrversuch:

Zwar ist die Rumpfform meines Modells ein genauer Nachbau des Originalrumpfs, der seinerzeit der absolute Maßstab in seiner Rennbootklasse war, jedoch zeigt sich mal wieder, dass für den Modellbau andere Gesetze gelten.

Der Maßstab ist ca. 1:4! Das bedeutet, das Original war ca. 4500 cm lang und wog ca. 1000 KG. Das Modell mit 106 cm wiegt ca. 5 KG. Das Element Wasser ist aber das gleiche, so dass für Modellboot andere Gesetze gelten. Dies zeigte sich sogleich beim ersten Fahrversuch. Frustration PUR!

Es traten massive Probleme auf, die an der Rumpfform lagen. Durch den breiten Bug und das schmale Heck kam das Boot schon bei sehr moderaten Geschwindigkeiten ins Wippen und stand recht steil im Wasser da der Auftrieb am Heck für ein Modellboot viel zu gering war. Der Bug zeigte Richtung Polarstern, wo hingegen das Heck tief im Wasser versank. Der Motorisierung entsprechende Fahrleistungen waren mit diesem Unterwasserschiff nicht möglich. Auch die Gewichtsverlagerung mit Akkus Richtung Bug führte zu keiner Besserung des Fahrverhaltens. Zusätzlich lief das Boot ziemlich "nass" (Wasser läuft aufgrund fehlender Abrisskante die Bordwand hoch).

Meine Enttäuschung war wirklich hoch, denn nichts ist ärgerlicher, wenn ein Rennboot nicht wie ein Rennboot fährt;-(

Was nun? Ein Standmodell aus der Flyer machen? Ich schnappte mir also mein Modell und besuchte mal wieder Heiner Gundert. Nach ausgiebiger Begutachtung gab er mir einige Tipps, wie ich durch die Anbringung von Leisten am Unterwasserschiff den Heckauftrieb vergrößern könnte.

Anbringung Kimmleisten:

Die Leisten wurden am Unterwasserschiff wie auf nachstehender Skizze zu sehen angebracht. 

Die Anbringung der seitlichen Kimmleisten hat so zur Folge, dass eine Abrisskante zwischen Unterwasserschiff und Bordwand geschaffen wurde. Das Boot sollte jetzt also theoretisch trocken laufen.  Die Kimmleisten an der Rumpfunterseite halten das Wasser jetzt im Heckbereich unter dem Boot und sorgen für deutlich höheren Auftrieb. Die Leisten im Bugbereich sogen für mehr Fahrstabilität. 

Also auf zum zweiten Fahrversuch....

Zweiter Fahrversuch:

.... Kaum zu glauben, aber schlagartig liegt die Flyer förmlich wie ein "Brett" im Wasser.

Ein kurzes Gasgeben, und die "FLYER" fängt an zu gleiten. Auch Vollgas ist problemlos möglich, obwohl dann speziell bei kleineren Seen gute Nerven gefragt sind. Übrigens möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass die verwendete Motorisierung sicher nicht der Maßstab sein muss. Aufgrund des enormen Drehmoments liegt die "FLYER" beim Gasgeben kurzzeitig ziemlich schräg im Wasser und kann durchaus als etwas übermotorisiert bezeichnet werden. Maßstabsgetreu ist für dieses Modell ca. 20 Km/H, was auch mit einem Motor der Baugröße 900 problemlos erreicht werden kann. Und 20 Km/H sind für ein Modellboot schon sehr beachtlich. Mit der von mir verwendeten Motorisierung fährt die Flyer deutlich über 45 Km/H.

Selbst bei Wellen und in Kurven ist die Wasserlage sehr schön. Ich möchte aber an dieser Stelle trotzdem erwähnen, dass es sicher Modellboote aus GFK vom versierten Händler gibt, die noch mal besser laufen, aber für ein Scalemodell ist das Tempo der "FLYER" sehr beeindruckend, was sich an den Reaktionen von Zuschauern am See immer wieder zeigt. Die "FLYER" ist wie auf den Fahrvideos zu sehen ein richtig tolles Fahrmodell geworden.

Ein schöner Nebeneffekt der Änderungen ist keinerlei Wasser mehr an der Bordwand und im inneren des Boots, trotz offener Bauweise.

Die Fahrzeit mit 5 Li-Ion FePo 04 Packs beträgt ca. 25-30 Minuten!